Arzneimittelausgaben steigen auf Rekordniveau

Nachdem die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im vergangenen Jahr 25 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben hatte, werden es, so die BKK Hochrechnung nach dem aktuellen Datenstand, in diesem Jahr insgesamt für alle gesetzlichen Krankenkassen 27,2 Milliarden Euro sein. Dies entspricht einem Ausgabenanstieg um 8,6 Prozent bzw. 2,2 Milliarden Euro allein im Jahr 2007.

Das Zuzahlungsvolumen der Versicherten sank gegenüber dem Vorjahr um 320 Millionen auf 1,7 Mrd. Euro, was den Versicherten zumindest eine kleine Entlastung gebracht hat. Dies liegt insbesondere daran, dass immer mehr Arzneimittel ohne Zuzahlung erhältlich sind. Aktuell sind es 12.371. Diese durch den BKK Bundesverband initiierte Regelung ist ein voller Erfolg, denn die Versicherten erkundigen sich aktiv nach zuzahlungsbefreiten Arzneimitteln und können so ihre eigenen Ausgaben mindern.

Die Abschläge für die Gesetzliche Krankenversicherung, also die gesetzlichen Rabatte, die die GKV von der Pharmaindustrie erhält, erhöhen sich infolge der steigenden Gesamtausgaben von 2,0 Milliarden Euro in 2006 auf 2,2 Milliarden Euro in 2007.

Scheininnovationen und Mehrwertsteuererhöhung ausschlaggebend

Der Anstieg der Arzneimittelausgaben der Krankenkassen wird insgesamt bestimmt durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer (plus 720 Mio. Euro), die anhaltende Strukturverschiebung (Verordnung neuer und teurer Arzneimittel statt günstiger und bewährter, plus 940 Mio. Euro) und den Mengenzuwachs (mehr Packungen, plus 540 Mio. Euro). Entlastend wirken hingegen die Festsetzung neuer Festbeträge (mit minus 330 Mio. Euro) und die Erhöhung des Apothekenabschlags auf 2,30 Euro pro Packung (minus 110 Mio. Euro).

Weitere 400 Mio. Euro entfallen auf Mehrkosten für Nicht-Fertigarzneimittel (Rezepturen) und Produkte, die den Arzneimitteln zugerechnet werden (z. B. Sondennahrung). Auch wenn die Entlastungen bei den einzelnen Kassen durch individuelle Rabattverträge noch nicht beziffert werden können, zeigt sich, dass die neuen Möglichkeiten aus der Gesundheitsreform trotz des großen Engagements der Kassen nicht ausreichen, um den Ausgabenanstieg wirksam zu bremsen. Der Druck der Arzneimittelausgaben auf die Kassenbeiträge ist so groß wie lange nicht mehr.

Quelle: BKK Bundesverband

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