Neue Spiele machen Computer-Kids Beine

Fitness-Computerspiele sind ein Weg, Computer-Kids in Bewegung zu bringen. Dennoch kann das Daddeln vor dem Computer oder der Konsole das Toben im Garten nicht ersetzen - so lautet das Fazit, auf das sich Wissenschaftler, Vertreter der Spielebranche und Spiele-Fans gestern bei der Veranstaltung "Games meets health" in Hamburg einigten.

Die Diskussionsrunde über Fitness-Spiele am Computer veranstaltete die Techniker Krankenkasse (TK) zusammen mit der Wirtschafts- und Medienkanzlei Rode + Mathé, um die einseitige Debatte über digitale Spiele in eine neue Richtung zu lenken.

"Wir wollten zeigen, dass die Computerspielewelt nicht nur schwarz-weiß ist und dass es außer den in der Öffentlichkeit viel diskutierten Gewaltspielen auch solche gibt, die sich positiv auf die körperliche Fitness auswirken können", so Dr. Sabine Voermans, Ärztin und Leiterin des Gesundheitsmanagements bei der TK. Ob Tanz-, Kampfsporttraining oder Fußballkicken - Jung und Alt konnten zunächst die neue Generation von Spielen testen, die nur durch körperlichen Einsatz funktionieren. Im Anschluss daran entbrannte auf dem Podium eine Diskussion darüber, ob und wann Spiele gut für Kinder sind.

"Wenn sich Kinder und Jugendliche ausschließlich in die virtuelle Welt flüchten, dann ist dies gefährlich. Wenn sie aber eine intakte Lebenswelt haben und Spiele zusätzlich nutzen, dann kann dies der kindlichen Entwicklung durchaus förderlich sein", fasste Professor Dr. Misek-Schneider, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, das Für und Wider der Spiele zusammen.

Gerade im Hinblick auf Heranwachsende haben die digitalen Fitness-Spiele Potenzial: "Tatsache ist, dass Kinder und Jugendliche sich heutzutage zu wenig bewegen und deshalb zunehmend mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben. Mit den Aktiv-Spielen könnten sie in Bewegung kommen. Der digitale Sport macht in erster Linie Spaß, die schweißtreibende Anstrengung tritt in den Hintergrund", erklärte Voermans die Vorteile der neuen Spielegattung. Auch der Schauspieler und selbsternannte "Hardcore-Gamer" Sky du Mont attestierte den digitalen Fitmachern eine motivierende Kraft: "Wo sonst können Kinder gegen Boris Becker Tennis spielen oder gegen Oliver Kahn kicken?" fragte der Vater von drei Kindern.

Damit der Stellenwert des Daddelns am Computer oder der Konsole im Leben der Kinder nicht überhandnimmt, gilt es einiges zu beachten: "Eltern sollten ihren Kindern ein Vorbild sein. Es ist wichtig, sich dafür zu interessieren, was die Sprösslinge in ihrer Freizeit machen, und - wo nötig - Grenzen zu setzen", rät Professor Dr. Misek-Schneider. Nicht nur was die Kinder spielen, sondern auch, wie lange sie vor dem Computer sitzen, spielt dabei eine Rolle.

"Wer täglich längere Zeit am Computer spielt, sollte sich mindestens eine Stunde am Tag bewegen," so der Sportpädagoge Professor Dr. Roland Naul. "Sport am Computer kann nicht eine Fahrradfahrt oder ein Fußballspiel an der frischen Luft ersetzen. Mithilfe der Spiele haben aber vielleicht auch jene Spaß an Bewegung, die sich sonst zum Sport quälen müssten," so Voermans.

Quelle: TK

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