Freiwillige Selbstkontrolle der Pharmaindustrie

Der Austritt des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) aus dem Verein der freiwilligen Selbstkontrolle der Pharmaindustrie (FSA) macht nach Ansicht der Spitzenverbände deutlich, dass eine große Anzahl der Pharmaunternehmen nicht an einer Kontrolle ihrer Marketingaktivitäten interessiert ist. Nach dieser Entscheidung stellt sich noch mehr als zuvor die Frage, ob die freiwillige Selbstkontrolle noch ernst zu nehmen ist oder zur reinen Imagemaßnahme degeneriert. Dies ist umso bedenklicher, da eine Vielzahl der durchgeführten Kongresseinladungen und Anwendungsbeobachtungen zumindest unter dem Verdacht steht, nur der Absatzförderung zu dienen.

Die freiwillige Selbstkontrolle war und ist sicherlich kein optimales Instrument, um echte Transparenz herstellen zu können. Wenn sich aber nun ein Verband und seine Mitgliedsunternehmen in einer einmaligen Aktion so eindeutig gegen jegliche Transparenz wehren, weist dies auf eine Grundhaltung zur Frage der Korruption hin. Es war schon ein trauriges Zeichen, dass sich nur die Hälfte der Mitgliedsunternehmen zu einem Beitritt entschlossen hat. Dass nun aber diese 128 Unternehmen nahezu geschlossen austreten - und dies auf Aufforderung des eigenen Verbandes - macht klar, dass Teile der pharmazeutischen Industrie ihre Glaubwürdigkeit bezüglich einer konsequenten und transparenten Korruptionsbekämpfung aufgeben.

Die Ankündigung des BPI, 2008 eine eigene Kontrollinstanz zu gründen, ist nach Ansicht der Spitzenverbände nicht überzeugend: 2006 teilweise beizutreten, 2007 vollständig auszutreten und 2008 wieder etwas anderes anfangen zu wollen, dies ist kein glaubwürdiger Fahrplan gegen Korruption.

Quelle: GKV - Die gesetzlichen Krankenkassen

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