Ein Patientenschutzgesetz muss sein

"Das bestehende unübersichtliche Richterrecht muss für einen besseren Schutz von Patienten in ein einheitliches Patientenschutzgesetz zusammen geführt werden", forderte die Vorsitzende des Deutschen Patientenschutzbundes, Gisela Bartz, im Gespräch mit Moderatorin Désirée Bethge in der Sendung "DGF Der Talk" im Deutschen Gesundheitsfernsehen. Eine solche gesetzliche Regelung sei notwendig, weil der Anspruch auf Entschädigung selbst bei bestätigtem Fehler nur mühsam und langwierig durchzusetzen ist.

Bartz bekräftigte im Gespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Aktionsbündnisses Patientensicherheit, dem Berliner Ärztekammerpräsidenten Dr. Günther Jonitz, dass inzwischen offener und ehrlicher in Deutschland über Behandlungsfehler von Ärzten gesprochen wird. Deren Zahl ist umstritten. Der Patientenschutzbund geht von rund 680.000 Schadensfällen im Jahr aus. Jonitz hingegen äußerte sich nur zur Zahl der nachgewiesenen Todesfälle, zu denen es pro Jahr in Deutschland kommt. Er schätzte, dass jährlich rund 2.000 Menschen aufgrund vermeidbarer Fehler sterben, wobei er die Dunkelziffer fünfmal so hoch ansetzte.

Die Ursachen für diese vermeidbaren Fehler liegen nach Jonitz' Ansicht in einer Fehlerkette, deren wichtigste Elemente Personalmangel, Überforderung und mangelhafte Abstimmung untereinander sind. Patienten, die sich geschädigt fühlen, können sich neben dem Deutschen Patientenschutzbund an die Verbraucherzentralen sowie die unabhängigen Patientenberatungen wenden. Auch die gesetzlichen Krankenkassen vertreten die Interessen von Patienten. "Und alle arbeiten zusammen im Aktionsbündnis Patientensicherheit", fasste Jonitz stolz zusammen, der erwartet, dass auf diesem Weg offener über Mängel in der Patientenversorgung und deren Abhilfe gesprochen wird.

Quelle: Deutsches Gesundheitsfernsehen

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