Reform zerstört die ambulante Versorgung

Der Vorsitzende von MEDI Deutschland, Dr. Werner Baumgärtner, lehnt die Gesundheitsreform wegen ihrer negativen Auswirkungen auf den ambulanten Bereich ab: „Die Reform bringt nur neue Bürokratie und eine bundesweite Umverteilung von Geldflüssen zwischen den Krankenkassen. Den Versicherten wird weiter vorgegaukelt, dass die Vollkaskoversorgung finanziell gesichert sei.“ Positiv bewertet Baumgärtner, dass der Angriff der SPD auf die privaten Krankenkassen abgewehrt werden konnte.

Der MEDI Chef wirft der großen Koalition vor, sich mit der Gesundheitsreform in Richtung Staatsmedizin zu bewegen: „Man kann nicht immer von mehr Wettbewerb reden und dann das Gegenteil davon machen.“ Ein Verschieben des Gesundheitsfonds mache diesen nicht besser – der Fonds baue auch dann noch eine zusätzliche Kontroll- und Einzugsbürokratie auf. „Dadurch fließen die Gelder in die Verwaltungen und nicht in die Patientenversorgung“, macht Baumgärtner klar.

Außerdem kritisiert er die Fortsetzung der Budgetierung in der ambulanten Versorgung. „Es bleibt bei finanziellen Obergrenzen für Arzneimittel, Heil- und Hilfsmitteln und für ärztliche Leistungen“, so Baumgärtner. Das bedeutet: „Benötigen die Patienten Leistungen oder Medikamente über die Budgets hinaus, muss der Arzt sie ihnen entweder verweigern oder er bezahlt sie aus eigener Tasche.“

Dass es 2009 eine neue Gebührenordnung für die Niedergelassenen geben soll, ist für Baumgärtner „eine Mogelpackung“: „Es fallen weder die Budgets, noch geht das Morbiditätsrisiko zu den Krankenkassen.“ MEDI Deutschland fordert eine Abschaffung der Budgets und statt dessen mehr Transparenz und Wettbewerb durch die Kostenerstattung. Baumgärtner geht davon aus, dass sich die Protestmaßnahmen seiner Kollegen in den nächsten Jahren verschärfen werden: „Immer weniger Ärzte werden in der Lage sein, unter solchen Bedingungen weiterzuarbeiten. Bevor in unseren Praxen die Lichter ausgehen, werden wir die Kassenzulassung zurückgeben.“

Darüber hinaus kritisiert Baumgärtner, dass steuerfinanzierte Krankenhäuser durch die Gesundheitsreform immer leichter in den ambulanten Markt eindringen können, und so die niedergelassenen Praxen verdrängen. Er fordert deshalb Transparenz bei der ambulanten Krankenhausfinanzierung und gleiche Vergütung für alle Leistungen - egal ob sie im Krankenhaus oder in Arztpraxen erbracht werden. „Die fachübergreifende wohnortnahe Patientenversorgung wird zerstört und der ärztliche Nachwuchs geht ins Ausland, weil das Risiko der Niederlassung unkalkulierbar geworden ist“, so Baumgärtner.

Quelle: Medi Deutschland

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