Sind Ihre Nieren ok?


Sind Ihre Nieren ok? – Mit dieser Frage wenden sich die weltweit größten Nierenorganisationen, die International Society of Nephrology (ISN) und die International Federation of Kidney Foundations (IFKF), an die allgemeine Öffentlichkeit und appellieren an ein „Nieren-Bewusstsein“.

Dem Aufruf, sich an der internationalen Aufklärungskampagne zum Weltnierentag am 08. März 2007 zu beteiligen, folgte die Gesellschaft für Nephrologie. Deutschlandweit liegen nun in 2.000 Apotheken Informationsbroschüren zum Thema „Prävention von Nierenerkrankungen“ aus.Schätzungen zufolge sind weltweit über 500 Millionen Menschen von einer Beeinträchtigung ihrer Nierenfunktion betroffen. In Europa geht man davon aus, dass in etwa jeder Zehnte eine Form von Nierendefekt hat.

Nur die wenigsten bemerken den schleichenden Funktionsverlust des wichtigsten Ausscheidungsorgan frühzeitig, denn Nierenerkrankungen verlaufen in der Regel sehr lange symptomfrei. Das hat fatale Folgen: Die Betroffenen ahnen nichts von ihrer Erkrankung und gehen nicht zum nephrologischen Facharzt. Sie verpassen den Zeitpunkt, zu dem sich der Krankheitsprozess durch medikamentöse Behandlung und Umstellung von Lebensgewohnheiten (z.B. Nichtrauchen) noch aufhalten oder zumindest verlangsamen ließe. Stattdessen steuern sie direkt auf das Schicksal „Nierenfunktionsverlust“ zu und werden dialysepflichtig.

Grund genug, um an ein Vorsorgebewusstsein zu appellieren. Die Früherkennung ist einfach und verursacht dem Patienten keine Mehrkosten. Der Hausarzt sollte nämlich im Rahmen des „zwei-Jahres-Check-Up“, den die gesetzlichen Krankenkassen ihren Mitgliedern ab dem 35. Lebensjahr anbieten, einen Urintest durchführen. Am Eiweißgehalt des Urins sieht der Arzt, wie gut die Niere noch filtert.

Diese Vorsorge ist in vielerlei Hinsicht wichtig. Zum einen können dadurch viele Defekte im Frühstadium aufgedeckt und behandelt werden, was zahlreichen Menschen Transplantationen und Dialysen ersparen könnte. Angesichts der rasant steigenden Inzidenz von Nierenerkrankungen - Niereninsuffizienz ist eine häufige Folgeerkrankung von Diabetes und Hochdruck - ist das auch ein erheblicher gesundheitsökonomischer Faktor.

Zum anderen haben die Betroffenen auch ein großes Zusatzrisiko. Es gilt als belegt, dass Menschen mit Niereninsuffizienz (auch in den Anfangsstadien!) ein sehr viel höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall haben. Der Nierentest gibt somit nicht nur Auskunft über die Nierenfunktion per se, sondern stellt darüber hinaus ein frühes "Diagnosefenster" für den Gefäßstatus der Patienten dar. Dieses Diagnosefenster ermöglicht eine Erkennung und Intervention, bevor ernsthafte Erkrankungen wie Herzinfarkt, plötzlicher Herztod oder Gefäßerkrankungen eintreten können.

Wie wichtig die Früherkennung ist, dokumentieren die Prognosen der Gesundheitsökonomen: Bis zum Jahr 2015 werden 36 Millionen Todesfälle auf das Konto chronischer Nierenerkrankungen und den daraus resultierenden kardiovaskulären Erkrankungen gegangen sein. Aufklärungsarbeit ist deshalb dringend erforderlich!
Die Gesellschaft für Nephrologie beteiligt sich an der internationalen Informationskampagne „Are Your Kidneys ok?“ / „Sind Ihre Nieren ok?“, welche die internationalen Nierengesellschaften ausgerufen haben, und stellt ein Informationsfaltblatt bereit. Dieses Faltblatt liegt in 2000 Apotheken deutschlandweit aus, kann aber auch unter www.nierengesellschaft.de herunter-geladen oder bei der Pressestelle angefragt werden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie den Aufruf zu einem verbesserten Präventionsverhalten aufgreifen und über Ihr Medium verbreiten würden. Wenn Sie noch weitere Informationen benötigen oder ein Interviewtermin mit dem Pressesprecher, Prof. Jan Galle, vereinbaren möchten, wenden Sie sich bitte an die GfN-Pressestelle.

Quelle: Gesellschaft für Nephrologie 

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